Über die Vorkommen der Kreuzkröte (Bufo calamita Laurenti) in früheren Zeiten sind nicht so viele verlässliche Daten vorhanden wie von der nahe verwandten Erdkröte. So hat zum Beispiel RUTZ (1946) die Art in der Umgebung von Zürich um 1944 nicht gefunden, doch verwechselte er sehr wahrscheinlich die Kreuzkröte mit der Erdkröte. Die ursprünglichen Lebensräume der Kreuzkröte waren vermutlich in Flusslandschaften zu finden, aber auch flache Seeufer sind als Laichgebiete nachgewiesen. In jedem Fall handelte es sich um spärlich bewachsene Tümpel oder Uferpartien. Wahrscheinlich waren allgemein in der Landschaft viel mehr Tümpel vorhanden, welche heute im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft aufgefüllt worden sind.
Bei der Kreuzkröte liegt das Hauptverbreitungsgebiet im Mittelland, einerseits im Kanton Bern, dann wieder in einem grossen Gebiet vom Aargau bis in den Thurgau. Im Kanton Zürich ist die Kreuzkröte seit dem 1. Amphibieninventar von 1967-69 stark zurückgegangen. Dies wurde bereits im 2. Kantonalen Amphibieninventar dokumentiert (Rückgang um 30%). Seither ist das Verbreitungsgebiet weiter geschrumpft bzw. in kleine Teilgebiete aufgelöst worden. Das 2002 durchgeführte Inventar ergab nur noch rund 30 Fundstellen mit zumeist kleinen Populationen.
Die Kreuzkröte besiedelt heute vor allem Kies- und Tongruben. Infolge der intensivierten Abbau- und Rekultivierungstätigkeit sind jedoch auch viele dieser Lebensräume längst nicht mehr ideal. Mehrheitlich fristen die Kreuzkröten nur noch ein Schattendasein. Der Rückgang der Anzahl Populationen und Individuen dieser Art ist in der übrigen Schweiz wie im Kanton Zürich gross (vgl. dazu GROSSENBACHER 1988). Die Kreuzkröte dürfte ohne Gegenmassnahmen in den nächsten 10 Jahren aussterben.