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Geburtshelferkröte (H. Cigler) |
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Die Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans Laurenti) ist in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten in der Schweiz als gefährdete Art (Kat. 3) aufgeführt. Dies bedeutet, dass die Art in grossen Teilen des Verbreitungsgebietes durch bekannte Gefährdungsursachen bedroht ist oder regional deutlich zurückgegangen ist. Über die Vorkommen der Geburtshelferkröte im Kanton Zürich wissen wir ziemlich gut Bescheid, obwohl diese heimliche Amphibienart nicht so leicht aufzuspüren ist. Das Hauptverbreitungsgebiet der Geburtshelferkröte in der Schweiz liegt im Mittelland, doch findet man sie auch im Jura und in den Voralpen. Dabei kommt sie bis in höhere Lagen vor: der höchstgelegene (heute erloschene) Fundort im Kanton Zürich lag auf der Scheidegg in Wald, auf rund 1200 m.ü.M.
Erstaunlicherweise hat die Geburtshelferkröte im Kanton Zürich ihre Verbreitung gemäss 1. Amphibieninventar von 1967-69 bis zum Abschluss des 2. kantonalen Amphibieninventar halten können. Eine Kontrolle ausgewählter Standorte zwischen 1993 und 1999 ergab dann allerdings einen Rückgang bei der Gesamtverbreitung wie bei den Populationsgrössen. In den letzten Jahren konnten auch vereinzelte Neufunde registriert werden. Dennoch bestanden Hinweise auf einen insgesamt negativen Trend der Bestandesentwicklung. Deshalb wurde 2003 ein neues Inventar der Geburtshelferkröte in ausgewählten früheren Laichgebieten durchgeführt. Diese Erhebung bestätigte den starken Bestandesrückgang.
Die ursprünglichen Lebensräume der Geburtshelferkröte vermutet man in Flusslandschaften, insbesondere dort, wo fischfreie Nebengewässer vorkommen und zugleich sonnige, aber versteckreiche Böschungen (etwa in Aussenkurven von Flüssen) vorhanden sind. Die Geburtshelferkröte war noch vor 150 Jahren weit verbreitet und vielen Menschen bekannt, vor allem deshalb, weil sie sich oft in der Nähe von Gebäuden, in Bruchsteinmauern, unter Steinhaufen und ähnlichen Stellen aufhielt und von dort ihren Ruf ertönen liess. Sie laichte z.B. auch in Feuerweihern. Solche Lebensräume sind in den letzten vier Jahrzehnten vielerorts zerstört worden. Sekundär besiedelte die Geburtshelferkröte etliche Kies- und Tongruben. Infolge der in den letzten 20 Jahren intensivierten Abbau- und Rekultivierungstätigkeit sind jedoch viele dieser Lebensräume nicht mehr in gutem Zustand, an vielen Orten ist die Geburtshelferkröte ausgestorben. Der Rückgang der Anzahl Populationen und Individuen dieser Art ist in der ganzen Schweiz und auch im Kanton Zürich in den letzten Jahren Besorgnis erregend.
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